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Veranstaltungsbeschreibung

„Forensigraphie“ – Möglichkeiten und Grenzen IT-gestützter klinisch-forensischer Bildgebung

Dr.in Reingard Riener-Hofer, Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für klinisch-forensische Bildgebung (LBI CFI), fasst alle Anwendungen bildgebender Verfahren, deren Zweck in der Untersuchung und Analyse krimineller Handlungen liegt, unter dem Begriff „Forensigraphie“ zusammen. Sie wird den Forschungsschwerpunkt, der die zwei Disziplinen Bildgebung und Forensik vereint, näher vorstellen.

Der Rechtsmediziner und ebenfalls Leiter des LBI CFI Dr. Thorsten Schwark befasst sich in seinem Vortrag mit aktuellen Methoden der forensischen Bildgebung, die er fallbezogen erörtert, und spricht weiters neben der postmortalen Bildgebung insb auch bildgebende Verfahren zur Untersuchung lebender Gewaltopfer an.

DI Dr. Martin Urschler, Key Researcher Team Forensische Technik, widmet sich der multi-faktoriellen Altersschätzung, welche auf strahlungsfrei erhobene Magnetresonanztomographie-Daten der Hände, des Schlüsselbeins und der Weisheitszähne aufbaut. Solche Methoden werden derzeit etwa zur Altersfeststellung bei unbegleiteten jugendlichen AsylwerberInnen ohne Identifikationsdokumente eingesetzt.

3D-Datenmodelle von Gegenständen, Personen und Tatorten bilden den Forschungsbereich von Key Researcher (Team Forensische Technik) DI Dr. Alexander Bornik. Solche Bilddaten-Modelle liefern etwa Informationen aus dem Körperinneren zB von Opfern. In dreidimensionaler Darstellungsweise können sie wertvollen Aufschluss über Verletzungen und deren Ursachen geben.

Univ.-Prof. Dr. Alois Birklbauer analysiert einerseits das Spannungsverhältnis solcher bildgebender Verfahren zum materiellen Strafrecht, weil dadurch prinzipiell auch gerichtliche Straftatbestände, wie die eigenmächtige Heilbehandlung, Varianten der Körperverletzung bzw die Störung der Totenruhe verwirklicht werden könnten. Andererseits widmet er sich einschlägigen Vorschriften der Strafprozessordnung bzw des Sicherheitspolizeigesetzes ebenso wie dem sog „body packing“ im Suchtmittelbereich oder dem Einsatz bildgebender Verfahren zur Altersbestimmung von Tatverdächtigen, etwa zur Abklärung deren Strafmündigkeit.

„Die Unvererblichkeit eines Persönlichkeitsrechtes steht einem postmortalen Persönlichkeitsschutz nicht entgegen“ sagt Hon.-Prof. RA Dr. Clemens Thiele, der die Bedeutung eines postmortalen Persönlichkeitsrechts insb im Schutz der Ehre, der Privatsphäre und im Geheimhaltungsinteresse des Verstorbenen verortet. Er setzt sich in seinem Vortrag aber auch mit der Berechtigung zur Geltendmachung diesbezüglicher Ansprüche auseinander und thematisiert dabei die Grenzen dieses Schutzes, die angesichts neuer Techniken und Analysemethoden immer wieder neu bestimmt und ausgelotet werden müssen.

 

Das Abschlussplenum bietet allen Anwesenden erneut die Möglichkeit, die Diskussion
zu vertiefen, selbst Stellungnahmen abzugeben oder von den Vortragenden einzuholen.

 

 

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Albin Sampel

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