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Woher wir kommen

Die Rechtsphilosophie hat an der Universität Graz seit jeher einen hohen Stellenwert eingenommen. Seit der Gründung der Juristischen Fakultät im Jahre 1778 wurde die Rechtsphilosophie zunächst als „Naturrecht“ anhand der klassischen natur- und vernunftrechtlichen Schriften von Martini und Zeiller unterrichtet. Ab 1850 las Heinrich Ahrens (1808-1864), ein geborener Norddeutscher, die Rechtsphilosophie. Er wurde später vom Wiener Völkerrechtler Alfred Verdross als Erneuerer der materiellen Rechtsphilosophie gewürdigt. Ahrens und die Rechtsphilosophie erhielten zunehmend politischen Gegenwind aus dem Ministerium, so dass Ahrens bereits 1860 nach Leipzig ging. Seine Lehrkanzel wurde auf Anordnung des Ministeriums nicht wiederbesetzt. Stattdessen wurde die Rechtsphilosophie von den Strafrechtlern mitbetreut, u.a. von dem aus Kiel berufenen Theodor Reinhold Schütze (1827-1897). Zugleich lehrte mit Ludwig Gumplowicz (1839-1909) ein entschiedener Gegner der idealistischen Rechtsphilosophie, der sich für eine historisch und soziologisch ausgerichtete Forschung einsetzte.

Später übernahm der Strafrechtler Friedrich Byloff (1875-1940) die Rechtsphilosophie. Als die Grazer Fakultät 1931 erstmalig eine venia legendi ausschließlich für Rechtsphilosophie erteilte, nämlich an Johann Mokre (1901-1981), leistete Byloff erbitterten Widerstand gegen Mokres analytische, das Recht als System abstrakter Begriffe auffassende, vermeintlich zu sehr an der Reinen Rechtslehre orientierte Rechtsphilosophie. Der Streit spaltete die Fakultät. Mokre emigrierte 1938 in die USA, kehrte 1948 nach Österreich zurück und wurde ein Jahr später zum Ordinarius für Rechtsphilosophie, Allgemeine Staatslehre und Soziologie in Graz berufen, wo er bis 1971 lehrte.

Mokres Nachfolger Ota Weinberger (1919-2009) lehrte von 1972-1989 in Graz. Sein Schüler Peter Koller (geb. 1947) wurde im Jahre 1991 auf den Lehrstuhl für Rechtsphilosophie, Rechtstheorie und Rechtssoziologie berufen und prägte dessen internationalen Ruf. Zugleich lehrte bis 2015 mit dem Philosophen Peter Strasser (geb. 1950) ein weiterer Schüler Weinbergers in Graz. Koller wurde 2015 emeritiert. Sein Nachfolger Matthias Klatt (geb. 1973) ist seit Oktober 2015 im Amt und führt die Grazer Rechtsphilosophie gemeinsam mit Christian Hiebaum (geb. 1969), einem Schüler Peter Kollers, weiter.

Seit Juli 2016 ist Graz Jurisprudence Teil des neugegründeten Instituts für Grundlagen der Rechtswissenschaft.

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