Rechts- und Politikwissenschaftliche Systemvergleichung

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Die Systemvergleichung soll sowohl historische als auch horizontale, synchrone Ansätze im Hinblick auf ausländische Rechtsordnungen verfolgen und so Europäische Kulturgeschichte, Ideengeschichte, philosophische Grundlagen, Ideen und Theorien zusammenführen. Die Rückbesinnung auf die philosophischen und theoretischen Grundlagen des Rechts sollen es erlauben, aktuelle Herausforderungen erfassen und ihnen begegnen zu können: Einerseits der Europäisierung und Globalisierung des rechtswissenschaftlichen Diskurses, andererseits dem Einfluss alternativer Vorstellungen von Recht vor dem Hintergrund migrationsbedingter kultureller Pluralisierung in Europa. 

Diesen Herausforderungen wird in drei Schwerpunkten nachgegangen:

1. Europäisierungs- und Globalisierungstendenzen stellen tradierte Denkmuster von Staat und Recht in Frage. Im Gegensatz zur klassischen Staatslehre operiert European Governance in einer Gemengelage von staatlichem Recht und Unionsrecht sowie von regionalem Völkerrecht, insbesondere der EMRK. Die immer engere Verzahnung nationaler Rechtsordnungen und die Einbettung nationaler Organe in den europäischen Verbund erfordert ein Verständnis rechtskultureller Unterschiede sowie funktionale Rechtsvergleichung mit rechtshistorischer Tiefendimension. Insbesondere bei der rechtswissenschaftlichen Erschließung eines europäisierten Rechts bestehend aus der gemeinsamen europäischen Rechtsschicht und nationalem Recht, ist der Systemvergleich von besonderer Bedeutung. Dabei erfolgt ein thematischer Fokus auf die Bereiche der Rechtstaatlichkeits- und Demokratieforschung, sowie dem internationalem Menschenrechts- und Minderheitenschutz. 

2. Minderheitenschutz spielt zunehmend auch im Bereich der migrationsbedingten kulturellen Pluralisierung eine Rolle. Letztere bringt zugleich den Kontakt mit positivem Recht und Rechtsvorstellungen mit sich, welche der österreichischen Rechtswissenschaft wenig vertraut oder unbekannt sind. Die Systemvergleichung kann diese aus rechtswissenschaftlicher Perspektive aufschlüsseln und ihren rechtlichen und wissenschaftlichen Implikationen für das österreichische und europäische Recht nachgehen. Einen Schwerpunkt stellt hierbei die vergleichende Analyse der Scharia und ihres Verhältnisses zum Islam dar. Dabei erfordert die besondere Natur der Scharia einerseits eine Perspektive, welche ihre besonderen rechtsentwicklungs-, rechtstheoretischen und rechtsphilosophischen  Eigenheiten berücksichtigt. Andererseits stellt sich dabei die Frage nach potentiellen Konflikten und Komplementaritäten im Verhältnis zum österreichischen Recht. 

3. Besondere Bedeutung misst der Fachbereich der Vergleichung demokratischer (USA, EU) und hybrider Systeme (Russland, China, Südosteuropa, Türkei) zu, wobei auch die spiegelbildliche Gegenüberstellung transnationaler und regionaler Integration (EU, Europarat vs. Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit) der inhaltlichen Zielsetzung des Instituts entspricht. In diesem Bereich erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit dem Russian, East European and Eurasian Study Center und dem Zentrum für Südosteuropa der Fakultät, dem Cluster „Konflikt,- Demokratie- und Friedensforschung“ (CDPC) sowie internationalen Forschungsinstitutionen.

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