Fristsetzungsanträge – notwendiges Kontrollinstrument oder Eingriff in die richterliche Unabhängigkeit?
Wirksamer Rechtsschutz braucht zeitnahe Entscheidungen. Doch wie ist gerichtlicher Säumnis zu begegnen, wenn Verfahrensverzögerungen auf fehlende personelle und sachliche Ressourcen zurückzuführen sind? Der Fristsetzungsantrag setzt bei der Säumnis des Gerichts an, ohne deren strukturelle Ursachen beheben zu können.
Der 3. Tag des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens widmet sich dem Spannungsverhältnis zwischen individuellem Rechtsschutz, richterlicher Unabhängigkeit und der politischen Verantwortung für eine funktionsfähige Verwaltungsgerichtsbarkeit. Welche Möglichkeiten und Grenzen hat der Fristsetzungsantrag als Rechtsschutzinstrument? Wann entsteht Druck auf die richterliche Entscheidungsfindung, auch vor dem Hintergrund der Gewaltentrennung? Und welche Verantwortung trägt die Politik für die Ausstattung der Gerichte?
Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Gerichtsbarkeit, Anwaltschaft und Verwaltung diskutieren diese Fragen und mögliche Lösungsansätze. Wir laden herzlich dazu ein, Perspektiven aus Forschung und Praxis zusammenzuführen und die Diskussion mitzugestalten.
Anmeldungen bis spätestens 27.11.2026 erbeten:
für bedienstete Richter:innen des Bundes: E-BM
sowie
QR-Code Universität Graz
Programm
9:00 Uhr
Begrüßung
Vorträge
RA Univ.-Prof. Dr. Mathis Fister, Johannes Kepler Universität Linz und Haslinger / Nagele Rechtsanwälte
Hofrat Priv.-Doz. Ing. Dr. Erich Pürgy, Leiter des Verfassungsdienstes im Bundeskanzleramt
11:00 Uhr – Pause
11:20 Uhr
Podiumsdiskussion
RA Hon.-Prof. Dr. Michael Rohregger, ehemaliger Präsident der Rechtsanwaltskammer Wien
Hon.-Prof. Dr. Meinrad Handstanger, Senatspräsident des Verwaltungsgerichtshofes i. R.
Dr. Wolfgang Peschorn, Präsident der Finanzprokuratur
NN - Behördenvertreter:in (angefragt)
Moderation: Univ.-Prof. Dr. Sascha Ferz, Universität Graz
Die Veranstaltung ist eine Kooperation vom Institut für Rechtswissenschaftlichen Grundlagen an der Universität Graz, dem Dachverband der österreichischen Verwaltungsrichter:innen, der Sektion Verwaltungsgerichte der RIV und der GÖD Richter:innen und Staatsanwält:innen.
Für Ihre Anreise stehen Ihnen öffentliche Verkehrsmittel der Wiener Linien zur Verfügung. Ihre Fahrt planen Sie mit: www.wienerlinien.at/route-planen.
Für den Inhalt verantwortlich: Institut für Rechtswissenschaftliche Grundlagen und Dachverband der Verwaltungsrichter:innen.
Hinweis: Anmeldungen • für bedienstete Richter:innen des Bundes: E-BM
Kontakt:
Tagungsbüro
Institut für Rechtswissenschaftliche Grundlagen+43 316 380 - 3270
Universitätstraße 15 B1, 8010 Graz
Mo, Di, Do + Fr: 9:00-12:00